27. Juli: Andrang zur Mondfinsternis

Noch nie habe ich den Sternenpark Westhavelland so gut besucht gesehen wie an diesem Abend der „Jahrhundert-Mondfinsternis“. Dabei wollte uns das Wetter auch erst einen Strich durch die Rechnung machen. Dadurch konnte ich aber wiederum Fotos machen, mit denen ich im Vorfeld nicht gerechnet hatte. Aber mehr dazu in diesem Artikel.

Nach langem Warten also, stand das große astronomische Ereignis 2018 an: Eine totale Mondfinsternis, bei der der Mond sich in den Kernschatten der Erde bewegt und dadurch verdunkelt wird. Besonders an dieser Mondfinsternis war, dass sie mit einer Dauer von 103 Minuten die längste des noch jungen 21. Jahrhunderts war. Noch spezieller war der Umstand, dass eine Marsopposition in Erdnähe auf das gleiche Datum der Mondfinsternis fiel (Marsopposition = beste Sichtbarkeit des Mars innerhalb rund 26 Monate).  Das wiederum ist noch seltener und tritt nur alle rund 105.000 Jahre auf. Und wohl gerade deswegen wurde dieses Ereignis auch sehr intensiv in den Medien angekündigt. Folglich war der Stenenpark sehr gut besucht, obwohl man für eine Mondfinsternis nicht zwingend einen dunklen Himmel benötigt. Aber viele wollten wohl eben dieses Ereignis auch in der freien Natur erleben.
Ich ebenfalls und musste im Vorfeld sogar erneut durch ein Unwetter fahren. Fast identisch wie vor 2 Wochen.
Mit dem Unterschied, dass es dieses Mal sogar noch gefährlicher war. Auf der B5 kurz vor Ribbeck war dann Stillstand. Als es kurz danach weiter ging, war zu sehen, warum sich der Stau bilden konnte. Eine Autofahrerin hatte tatsächlich einen ziemlich großen Ast auf ihr Auto bekommen. Die Heckscheibe war komplett zerstört, zum Glück kamen alle Insassen unversehrt davon.

Nachdem ich der Frau bei den Aufräumarbeiten geholfen hatte, ging es aber weiter in Richtung Gülpe. Und auf dem Weg dorthin konnte man viele parkende Autos am Straßenrand entdecken, die ebenfalls auf das Himmelsspektakel warteten. Einige hatten einfach den klassischen Camping-Stuhl neben das Auto gestellt, ein Pärchen hatte es sich sogar mit einem kleinen Teleskop auf einer Picknick-Decke bequem gemacht.

Als ich dann schließlich am geplanten Beobachtungsplatz ankam, kündigten sich auch schon neue Bekanntschaften über Instagram an, mit denen ich mich da treffen wollte. Ich war sowieso erstaunt, wieviele „Fremde“ mich über Instagram zum Thema Mondfinsternis befragt hatten. Da fühlte ich mich schon als Beratungsanlaufstelle. 😉
Und plötzlich traf auch noch ein „alter Bekannter“ ein. Lutz, den ich bei meinen ersten Sternenpark-Besuchen überhaupt 2014 kennen und schätzen lernte. Eine schöne Überraschung. 🙂
Das Wetter dafür hatte für uns erstmal keine schöne Überraschung bereit. Gerade als der verfinsterte Mond aufgehen sollte, fing es an zu blitzen und zu regnen. Somit fiel der Mondaufgang sprichwörtlich ins Wasser. Dafür konnte ich aber tolle Wolkenformationen fotografieren:

Nach diesen Fronten kam dann aber zum Glück der Mond doch überraschend schnell zum Vorschein. Da war es noch gar nicht richtig dunkel:

Spannend war aber besonders der sehr nahe stehende Mars unterhalb des Mondes. Ein wahrhaft tolles Naturschauspiel.

Gegen 23 Uhr war dann die totale Phase der Mondfinsternis bereits auch wieder vorbei und die ersten direkten Sonnenstrahlen trafen die linke Seite des Mondes:

Leider war aufgrund der anhaltenden geringen Bewölkung die Milchstraße nicht so gut zu sehen. Das hätte alles noch abgerundet. Aber man kann ja nicht alles haben. Wir konnten froh sein, dass sich die Wolken überhaupt so weit verzogen hatten, dass wir die Mondfinsternis noch beobachten konnten. Und nebenbei bin ich auch wieder über die neuen Bekanntschaften erfreut und über die Gespräche die nebenbei stattgefunden haben. Weitere Treffen sind geplant…und zum Abschluss dieses ereignisreichen Abends noch ein Making-of:

Tom Radziwill

ist begeisterter Landschafts- und Astrofotograf. Auf seinem Blog berichtet er von seinen Reisen, Erlebnissen und der Entstehung der Bilder. Sein Motto: "Jedes Bild hat seine eigene Geschichte."

Tom Radziwill

ist begeisterter Landschafts- und Astrofotograf. Auf seinem Blog berichtet er von seinen Reisen, Erlebnissen und der Entstehung der Bilder. Sein Motto: "Jedes Bild hat seine eigene Geschichte."

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