Meine 7+1 Tipps für die Reisefotografie

Meine 7+1 Tipps für die Reisefotografie

Hier gibt es ein paar Tipps, wie man auf Reisen zu besseren Foto-Ergebnissen kommt, die ich in der Vergangenheit auf meinen eigenen Reisen gelernt habe. Diese Tipps kann man übrigens unabhängig von Kamera-Typ und -Hersteller anwenden (also auch für die Smartphone-Fotografen unter euch 😉 ).

  • 1. Weniger ist mehr
    Gewicht spielt auf Reisen immer eine entscheidende Rolle. Sei es schon beim Koffer packen zuhause, am Check-In Schalter am Flughafen wenn es um die Gewichtsgrenze des Koffers geht oder spätestens auf Wanderung am Urlaubsziel. Deswegen ein simpler Rat: „Weniger ist mehr“. Auf längeren Wanderungen mit Fotorucksack spürt man jedes Gramm an Gewicht. Es kommt natürlich drauf an, was man fotografieren möchte. Für Landschaftsfotografen ist beispielsweise ein Weitwinkelzoom ausreichend. Auf meiner Teneriffa-Reise beispielsweise hatte ich ein Weitwinkelzomm (11-16mm) für Landschaften und ein Telezoom (70-200mm) für die Wale und Delfine dabei. Dazu noch eine lichtstarke 50mm-Festbrennweite, die nicht wirklich schwer ist. Das hat völlig gereicht. Man kann sich auf der Reise ja auch mal eine Challenge vorgeben, dass man zum Beispiel an einem Tag mit nur einem Objektiv bzw. einer Brennweite unterwegs ist und den Rest im Safe in der Unterkunft lässt. 
  • 2. Tageszeit beachten
    Die Tageszeit, sprich die Lichtsituation, spielt eine wichtige Rolle in der Fotografie. So gilt es die Mittagszeit und das harte Licht zu meiden (Ausnahmen bestätigen die Regel), denn im weichen und warmen Morgen- bzw. Abendlicht entstehen die schönsten Bilder. Ein weiterer Vorteil: Besonders morgens sind die Sehenswürdigkeiten oft menschenleer und den Badestrand hat man für sich allein. 
  • 3. Ungewöhnliche Perspektiven & spannende Bildkomposition
    Wenn man sich vor der Reise Bilder von Sehenswürdigkeiten im Internet anschaut, sehen diese meistens ziemlich ähnlich aus. Das bedeutet, diese Bilder wurden von einer ähnlichen Stelle aus einer ähnlichen Position (meistens bequem aus Augenhöhe) fotografiert. Um aber besondere Bilder mit nach Hause zu nehmen, sollte man sich Gedanken über andere (eher ungewöhnliche) Perspektiven machen und einen spannenden Bildaufbau wählen. Schlechtes Wetter kann dabei tatsächlich sehr helfen, denn wenn der Regen Pfützen hinterlässt, ergeben sich plötzlich ganz neue Möglichkeiten in der Bildkompositon. Einfach mal eine niedrigere Position wählen und gleichzeitig kann man dabei auf führende Linien achten. Das sind (imaginäre) Linien im Bild, die aus den Ecken bzw. Außenbereichen des Bildes den Blick in das Zentrum bzw. auf das Hauptmotiv führen.

     

  • 4. Vordergrund macht Bild gesund
    Dieser Tipp ist mitunter die Konsequenz des vorigen Tipps. Wenn man sich ungewöhnliche und spannende Perspektiven sucht, ist ein Vordergrund schon oft das Mittel der Wahl. Denn auch ein Vordergrund macht das Bild spannender und kann den Blick des Betrachters führen. Besonders spannend wird es, wenn man mit Schärfe-Unschärfe als künstlerisches Mittel arbeitet. Manchmal reicht es aber auch schon, einen Menschen in das (Landchafts-) Bild mit einzubeziehen.

     

  • 5. Nimm dir Zeit!
    Für gute Fotos sollte man sich Zeit nehmen. Schon allein um gute Perspektiven und Vordergründe zu finden, aber auch um die Umgebung zu beobachten. Manchmal reicht es, ein paar Momente zu warten, und es ergeben sich plötzlich ganz andere und vielleicht schönere Motive. Aufgrund einer Wetteränderung oder aufgrund von anderen unbeeinflussbaren Faktoren. 
  • 6. Genieße die Momente!
    Bei der Nordlichtfotografie beispielsweise ist es sehr schwer diesen Tipp zu beherzigen, aber er lohnt sich auf jeden Fall. Bei meiner ersten Polarlichtbeobachtung auf Island war ich gefühlt nur mit Fotografieren beschäftigt: Neue Position finden, Einstellungen anpassen, Bild kontrollieren, Einstellungen anpassen,… Dabei sind die Polarlichter das vielleicht schönste Naturwunder auf unserem Planeten. Und das sollte man wirklich genießen. Auch der Sonnenuntergang im Urlaub am Meer sollte genossen werden. Und wenn das Wetter am Reiseziel keine wirklich große Rolle spielt, kann man gezielt auch mal die Kamera für einen Tag in der Tasche oder gar in der Unterkunft lassen, um die Momente auf Reisen zu genießen. 
  • 7. „Man kann nicht alles haben!“ & „Der Weg ist das Ziel!“
    Vor allem auf Reisen sollte man sich immer wieder eingestehen, dass man nicht alles haben kann. Das habe ich schon des öfteren selber erlebt. Man hat vielleicht zu viele Spots auf seiner Liste, die man unbedingt abarbeiten muss. Daraus ergibt sich wieder Zeitdruck, und man hat am Ende der Reise aufgrund dessen keine atemberaubenden und schönen Bilder, sondern nur durchschnittliche Bilder, weil man von Location zu Location gehetzt ist. Vor allem sollte man auf dem Weg zur Location auch immer die Augen für Motive offen halten, manchmal ergeben sich ungeplante Momente, die am Ende zu tollen Momentaufnahmen führen.
     
  • 7+1. Selfies nicht vergessen!
    Dieser Tipp klingt vielleicht etwas komisch und hat mit der eben besprochenen Fotografie nicht viel zu tun. Aber auf Reisen geht es auch nicht immer nur um Fotos, sondern vor allem um Momente, Erlebnisse und tolle Geschichten. Und um diese Momente für die Zukunft als Erinnerung zu wahren, sind Selfies (bzw. Bilder wo man auch selber drauf zu sehen ist) das beste Mittel. Es müssen ja nicht die klassischen Selfies sein, man kann sich ja auch gut und gerne von der Reisebegleitung fotografieren lassen. Diese Bilder bieten dann einen neuen Kontext, getreu dem Motto „Hey, ich war dabei!“ und haben daher einen besonderen (persönlichen) Wert.

Also hier nochmal kurz und knapp meine Tipps für die Reisefotografie:

  • So wenig Gepäck/Equipment wie möglich und so viel wie nötig
  • Morgens oder abends fotografieren gehen
  • Ungewöhnliche Perspektiven finden
  • Spannenden Vordergrund mit einbeziehen
  • Zeit nehmen für den „richtigen Moment“
  • Momente genießen
  • „Der Weg ist das Ziel“
  • Erinnerungen in Form von Selfies mit nach Hause bringen

Falls jemand weitere Tipps parat hat, freue ich mich über Kommentare unter diesem Beitrag. 🙂

 

 

 

Tom Radziwill

ist begeisterter Landschafts- und Astrofotograf. Auf seinem Blog berichtet er von seinen Reisen, Erlebnissen und der Entstehung der Bilder. Sein Motto: "Jedes Bild hat seine eigene Geschichte."

Dieser Beitrag hat 2 Kommentare

    1. Cool. Danke 🙂

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