Sommer-Beobachtungstipp: Leuchtende Nachtwolken

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Im Sommer lässt sich mit etwas Glück ein schönes Naturschauspiel beobachten: Leuchtende Nachtwolken. Hier erfahrt ihr wie diese entstehen und was man für eine erfolgreiche Beobachtung benötigt.

Was sind leuchtende Nachtwolken und wann sind sie zu beobachten?

Leuchtende Nachtwolken (engl.: noctilucent clouds = NLC’s) sind ein ganz besonderer Wolkentyp und besonders in den Sommermonaten Juni und Juli bei uns zu sehen. Diese Wolken sind Ansammlungen von Eiskristallen in über 80 km Höhe. Das Licht der schon lange untergegangen Sonne erreicht von uns aus gesehen diese Schichten der Atmosphäre allerdings noch und wird an diesen Eiskristallen zum Beobachter reflektiert. Dies geschieht aber eben nur bei einem gewissen Sonnenstand unter dem Horizont (ganz genau: zwischen 6° und 16° unter dem Horizont). Also somit nach der blauen Stunde am Abend und/oder vor der blauen Stunde am Morgen. Aus diesem Grund sind die NLC’s in den übrigen Jahreszeiten von uns aus nicht sichtbar. Da steht die Sonne zu tief in der Nacht.

Was benötigt man für eine erfolgreiche Beobachtung?

Als allererstes benötigt man, wie bei jeder erfolgreichen Himmelsbeoabchtung, einen klaren Himmel. Und auch wenn man hier Wolken beobachten möchte, benötigt man einen klaren Himmel, weil sich die NLC’s eben doch viel höher als die übrigen Wolken befinden. Gleichzeitig sollte man eine möglichst freie Sicht in Richtung Nordhorizont aufsuchen.
Für die Fotografie dieser leuchtenden Nachtwolken sollte ein stabiles Stativ vorhanden sein, eine manuell einstellbare Kamera und ein lichtstarkes Objektiv (Weitwinkel bis leichtes Tele).

Kann man leuchtende Nachtwolken vorhersagen?

Eine wirklich zuverlässige Vorhersage des Auftretens von leuchtenden Nachtwolken ist (bislang zumindest) nicht möglich. Jedoch sind inzwischen Daten verfügbar, welche zumindest die Wahrscheinlichkeit eines Beobachtungserfolgs abschätzen lassen. Und diese Daten lassen sich auf verschiedenen Webseiten einsehen.
Ob sich eine Beobachtung in der Nacht lohnen kann, verraten beispielsweise Einträge im Forum des Arbeitskreises Meteore e.V. oder einfach ein Blick auf die Facebook-Seite zum Thema. Als dritte Möglichkeit bietet sich ein Blick auf ein aktuelles Webcam-Bild in Norddeutschland Richtung Norden.

Beispielbilder:

Im Folgenden ein paar Impressionen, die ich über die Jahre von leuchtenden Nachtwolken sammeln konnte:

 

 

Tom Radziwill

ist begeisterter Landschafts- und Astrofotograf. Auf seinem Blog berichtet er von seinen Reisen, Erlebnissen und der Entstehung der Bilder. Sein Motto: "Jedes Bild hat seine eigene Geschichte."

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