Story zum Foto – Teil 8: Namibia-Milchstraße zum 30. Geburtstag

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Es war der 01. Juni 2023. Der Wecker klingelte um 4 Uhr. “Ziemlich früh für einen Geburtstags-Morgen im Urlaub”, dachte ich mir still, als ich den Wecker ausschaltete. Mit einer gewissen Bettschwere erhob ich mich aus dem selbigen, zog mich warm an und trat mit meinem Fotorucksack und 2 Stativen vor die Tür unseres kleinen Häuschens der Namtib Desert Lodge in Namibia. Direkt bemerkte ich, dass es ziemlich hell draußen war. Klar, der zunehmende Mond stand (noch) am Himmel und sollte aber demnächst gegen 4:40 untergehen. Es war also genug Zeit, um alles aufzubauen, damit nach Monduntergang alles fertig ist für die Milchstraße. Und es war ruhig draußen, sehr ruhig. So ruhig, dass ich außer mir nichts gehört habe.
Nur wenige Schritte von der Haustür entfernt und wenige Momente später, hatte ich mein Zielfoto direkt schon vor meinem geistigen Auge: Eine markante Akazie, die größer war als alle anderen Vordergründe in der Nähe und auch noch Richtung Milchstraßen-Zentrum stand, drängte sich förmlich auf.
Wieder nur wenige Momente später, stand die Kamera bereit und machte die ersten Aufnahmen für einen Hochformat-Zeitraffer, noch bevor der Mond mit seinem Licht komplett verschwunden war. So ein bisschen Rest-Mondlicht am Horizont verstärkte noch einmal die Akazien-Silhouette.
Während die Kamera im Intervall-Modus lief, konnte ich also nach weiteren Motiven in der Umgebung Ausschau halten und die gesamte Szenerie, die gesamte Atmosphäre in mich regelrecht aufsaugen. Dabei fiel mir auf, dass ich nicht allein war: Im Schein meiner Kopflampe sah ich plötzlich ein Augenpaar in einigen hundert Metern Entfernung rechts von mir. Ich erwischte mich, dass ich zwischen den Aufnahmen immer wieder dahin leuchtete, und die Augen immer wieder zurück “leuchteten”; und im Schein der Kopflampe sichtbar blinzelten. Um mich abzulenken, richtete ich meine Zweitkamera für einen weiteren Zeitraffer ein (wobei dieses Foto entstand). Als diese auch beschäftigt war, der Mond untergegangen war und die Milchstraße in ihrer vollen Pracht und Strahlkraft am Himmel stand, bemerkte ich, dass allein das Licht der Sterne und Milchstraße ausreichte, um einen Schatten zu werfen. Etwas, was ich noch nie zuvor erlebt hatte und auch nicht so recht glauben wollte, wenn ich mal davon gelesen hatte. Ich blickte wieder zur Milchstraße, genoss die Ruhe und sagte in Gedanken zu mir: Happy Birthday!

 

Sony Alpha 7S | Sigma 24mm ART | f/1.4 | 10 Sekunden | ISO 3200

Tom Radziwill

ist begeisterter Landschafts- und Astrofotograf. Auf seinem Blog berichtet er von seinen Reisen, Erlebnissen und der Entstehung der Bilder. Sein Motto: "Jedes Bild hat seine eigene Geschichte."

Dieser Beitrag hat 4 Kommentare

  1. Gabi Obermark

    Schön erzählt, man kann sich die Situation gut vorstellen! Der Sternenhimmel in Namibia muss wirklich grandios sein! Hast Du noch herausgefunden, zu wem das leuchtende Augenpaar gehörte?

    1. Tom Radziwill

      Danke Dir! Ja, das ist er wirklich. Wem das Augenpaar gehörte, fand ich nicht mehr heraus. Möglicherweise war es ein Kapfuchs oder aber ein Pavian. Das wären noch die harmloseren Varianten. 😉

  2. Hans-Jörg Beck-Folten

    Lieber Tom,
    ich hatte ja schon von Namibia geschwärmt. Nur hatte ich 2005 noch keine Idee von Sternenfotografie. Der Sternenhimmel hat mich damals schon sehr begeistert! So hatte ich ihn in Europa noch nicht gesehen. Deshalb werde ich/werden wir (meine Frau und ich) wahrscheinlich übernächstes Jahr nochmal dort hin fliegen. Es gibt auch noch einige Orte, die wir nicht gesehen haben.
    Viele Grüße Hans-Jörg

    1. Tom Radziwill

      Bei uns wird es auch nur eine Frage der Zeit sein, bis wir Namibia erneut besuchen werden. 😉

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